Weniger Qualmer mögen die Insel bevölkern. Das wünscht sich die Regierung von Großbritannien. Als ein Mittel, die Raucherzahl zu senken, sieht man in London an, Tabakwaren unter die Ladentheke zu verbannen. So steht es im aktualisierten "Tabak-Kontrollplan", den die britische Regierung am 9. März veröffentlicht hat. Der Kunde sieht dann ab 2015 keine Zigaretten & Co. mehr, denn die dürfen weder vor, auf noch hinter dem Verkaufstresen ausliegen. Für Supermärkte gilt das Verbot schon von April 2012 an. Ab Oktober dieses Jahres verschwinden dann auch die Automaten. Denn von da an ist der Zigarettenverkauf über diese Anlaufstellen untersagt.
In Deutschland wird die Tabaksteuererhöhung bald greifbar – beim im Portemonnaie fingern. So hat Reemtsma angekündigt, ab 1. Mai die Preise für Zigaretten im ersten Schritt im Schnitt um zwanzig Cent anzuheben. Die JPS Red OP kosten dann 4,50 Euro, West Red 4,70 Euro und Gauloises Blau 4,80 Euro.
Die Tagezeitung die "Die Welt" vermeldete zudem, dass Philip Morris bereits ab Mitte April mehr für seine Ware verlangt. Der dritte große Akteur am deutschen Markt, British American Tobacco (BAT), will seine Produkte ebenfalls verteuern, habe sich aber noch nicht zu Details geäußert. Raucher müssen sich darauf einstellen, dass 19er-Packungen standardmäßig 4,90 Euro oder fünf Euro kosten. Das bedeutet: Der Verkaufspreis am Kiosk und in Tankstellen steigt, die Zigarettenanzahl in der Automatenpackung sinkt. Aber auch für Feinschnitt muss der Verbraucher künftig mehr hinlegen.
Bei Reemtsma nennt man die Steuererhöhung als einen Grund für diesen Schritt. Die Tabaksteuer steigt ab Mai stufenweise bis 2015. Pro Jahr gehen 4 bis 8 Cent je Zigarettenpackung und 12 bis 14 Cent pro 40-Gramm-Feinschnitt mehr an den Fiskus. Die Preiserhöhung begründet der Hamburger Zigarettenhersteller auch mit gestiegenen Rohstoffpreisen und strengeren EU-Auflagen. So müssen Zigaretten demnächst schwerer entflammbar sein, damit sie schneller ausgehen, wenn man nicht an ihnen zieht. (Spiegel Online/kak)