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Serie: Die nächste Generation: Die oder keine

Die Marke Aral kennt Christoph Hübner schon seit Jahrzehnten, denn auch sein Vater ist Aral-Pächter.
© Foto: Christoph Hübner

Sieben Jahre hat er auf seinen Traum gewartet und mehrere andere Stationen abgelehnt: Am 1. April konnte Christoph Hübner endlich die Aral-Tankstelle in Malchin übernehmen.


Datum:
16.10.2020
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Schon nach den ersten Worten merkt man: Der Mann fühlt sich hier wohl, er gehört hierher und er lebt seinen Traum. Christoph Hübner ist seit 1. April Chef der Malchiner Aral-Tankstelle – er nennt sie seine „Wunschtankstelle“. Für diesen Wunsch musste er einen langen Atem beweisen und viel Geduld aufbringen. „Sieben Jahre lang habe ich darauf hingefiebert“, sagt der 35-Jährige. Damals, vor sieben Jahren, hat er seinen sicheren Job im Marketing/Vertrieb bei den Stadtwerken zugunsten der Tankstellenbranche an den Nagel gehängt, um bei seinem Vater – ebenfalls Aral-Pächter – das Tankstellengeschäft zu erlernen. „Ich wollte nicht für den Rest meiner Tage an den Schreibtisch getackert sein. Die Arbeit in der Tankstelle machte mir so viel mehr Spaß, im Bistro und an der Kasse habe ich mich ausgelebt“, schwärmt er. Auch die Frühschichten „mit allem, was dazu gehört“, waren seine Aufgabe.

Mehrere Stationen abgelehnt

Nachdem Hübner 2015 dann das Assessment Center zum Tankstellenpächter in Bochum bei Aral erfolgreich absolviert hatte, bekam er direkt vom anwesenden Bezirksleiter aus NRW mehrere Stationen angeboten. „Aber diese habe ich abgelehnt, weil ich der Heimat nicht den Rücken kehren wollte und mein Ziel, die Aral in Malchin, nicht aus den Augen verloren habe.“ Auch eine große Station bei Rostock schlug Hübner aus. Keine andere wollte er, nur diese eine: die Aral-Tankstelle Malchin, im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Am 1. April 2020 war es dann endlich so weit. Die Aral-Station in Malchin, Modell ATS 88 mit 10 Zapfpunkten inklusive Ultimate-Produkten, 24/7 geöffnet, Petit Bistro „M“, Washtec WM10 Softcare Takt, bekam einen neuen Pächter und sieben Festangestellte bekamen einen neuen Chef: Christoph Hübner. Er war an seinem Ziel angelangt – und Deutschland mitten im Lockdown. Auf das Shopgeschäft wirkte sich das aber sogar positiv aus. „Die Grenze zu Polen wurde ja geschlossen. Dadurch konnte niemand mehr zum Einkaufen in das Nachbarland fahren und unser Tabakwaren- Absatz ist immens gestiegen“, erklärt Hübner.

Bloß keine Langeweile

Trotz seiner jungen Jahre haben die eingesessenen Mitarbeiter den neuen Chef sofort akzeptiert. „Ich bin tatsächlich der Jüngste. Bis auf eine Mitarbeiterin könnten alle meine Eltern sein“, schmunzelt er. „Sie schätzen es, dass ich überall mit anpacke und mich nicht nur im Büro verstecke.“ Neben seiner Tankstelle haben es dem Neupächter Motorsport und besonders Oldtimer angetan. „Ich liebe Oldtimer, besitze einen Golf 1 aus dem Jahr 1979 in mandarinorange und ein Motorrad MZ ES 150 aus dem Jahr 1973. Es ist für mich jedes Mal ein ganz besonderes Erlebnis, damit unterwegs zu sein.“ Fährt ein Oldtimer an seiner Tankstelle vor, hält ihn nichts mehr im Büro. Dann wird gefachsimpelt und mit seiner sympathischen und offenen Art kommt Hübner sofort mit Kunden ins Gespräch. Ein Gesprächsthema ist mit Sicherheit oft das waghalsige Motorradrennen ohne Bremsen, das einmal im Jahr in Teterow stattfindet. Ein Pflichttermin für den jungen Tankstellenpächter. Zumal Teterow nicht nur die Bergringstadt ist, sondern auch die Heimatstadt von Hübner. Wer einen Blick in sein Büro wirft, sieht sofort, dass er vom Motorsport infiziert ist: Ein historisches Plakat vom Bergringrennen von 1952 ziert eine Wand.

Tankstelle und Familie

Bevor er Vater wurde, war Hübner noch öfter in Polen bei Speedway-Rennen. Doch das ist vorbei. Jetzt stehen seine eine Tochter und zwei Söhne an allererster Stelle. „Wichtig ist, freie Zeit für die Kinder zu nutzen, denn das ist ein wichtiger Bildungsgrundstein für sie“, sagt der Familienvater. Die Arbeit an einer rund um die Uhr geöffneten Tankstelle mit dem Leben als Familie zu verbinden, kann durchaus herausfordernd sein. Zum Glück arbeitet die Partnerin des Tankstellenpächters am gleichen Ort und er selbst hat einen kurzen Arbeitsweg von nur zehn Autominuten. „So klappt das schon“, sagt Hübner und bestätigt, was wohl alle Eltern kennen: „Das Wichtigste ist es, Ruhe zu bewahren und flexibel zu sein. Wenn etwa ein Kind nachts krank wird, muss man sich in der Früh absprechen, wer zuhause bleibt und wer arbeiten geht.“ Dann lacht er: „Wirklich planbar ist das Leben mit Kindern nicht mehr!“

Die richtigen Worte finden
Mit seiner freundlichen und ruhigen Art gelingt es dem 35-Jährigen dann auch, manch Kunden zu beruhigen. Im Juli wurde die neue Waschanlage in Betrieb genommen, „wirklich eine Augenweide, vor allem mit der neuen LED-Lichtanlage“, freut sich Hübner. „Es gibt aber auch Kunden, die sich durch die flackernden Lichter gestört fühlen. Manche erwarten außerdem ein Hexenwerk und hundertprozentige Sauberkeit. Dies ist mit einer vollautomatischen Waschanlage nicht möglich. Da heißt es dann die richtigen Worte zu finden bei Reklamationen.“ Und erst, wenn jeder Kunde zufrieden ist, ist es der engagierte Tankstellenpächter ebenfalls. Den idealen Ausgleich zu manch hektischem Arbeitstag findet Hübner dann in der Natur. 2018 hat er das „grüne Abitur“ gemacht, den Jagdschein. In Feld und Wald kann er völlig abschalten und zur Ruhe kommen. Ruhe in einem Stückchen Natur bietet er auch seinen Kunden direkt neben der Aral-Station. „Dort befindet sich eine recht schöne Grünanlage, umschlossen von Hecken“, erklärt der Pächter. „Mittendrin steht ein toller großer Picknicktisch, den ich bei einem ortsansässigen Tischler in Auftrag gegeben habe.“ Nicht zuletzt bei diesem Engagement merkt man, wie sehr Hübner seine Station liebt. Auf die Frage, ob er sich vorstellen kann, eines Tages wieder in seinen erlernten Beruf Tourismuskaufmann zurückzukehren, antwortet er, ohne zu zögern: „Ich möchte jetzt erstmal für lange Zeit im Tankstellengeschäft tätig sein.“ Das wird er hoffentlich auch. Nach sieben langen Jahren des Wartens und so viel Herzblut hat es sich Christoph Hübner mehr als verdient, dass sein Traum von der Malchiner Aral-Tankstelle wahr geworden ist. (bg)

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