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Nachbericht: Uniti Jahreshauptversammlung 2018

Moderiert von Uniti-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn (4. v. l.) diskutierten Branchen­vertreter über die Zukunft der Tankstelle und den Einfluss der Digitalisierung ­(v. l.): ­Patrick Ginster (Sonax), Jörg Heilingbrunner (Scheidt & Bachmann), Patrick Steppe (Lekkerland), Marcus W. Mosen (Concardis), Steffen Eckert (Total) und Udo Weber (Uniti).
© Foto: Uniti/Toni Hasselmann

Eine klimafreundliche Energiepolitik kann nur auf Basis von Technologieoffenheit, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit funktionieren, betonte Uniti-Vorsitzender Udo Weber auf der Jahreshauptversammlung.


Datum:
23.10.2018
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Die Zukunft der Branche wird am Thema Klimaschutzpolitik gemessen werden – mit dieser Prognose lässt sich die Begrüßungsrede von Udo Weber, Vorsitzender des ­Bundesverbands mittelständischer ­Mineralölunternehmen (Uniti), anlässlich der Mitgliederversammlung in Düsseldorf zusammenfassen. Der Verbandschef ist überzeugt: Nur eine technologieoffene Politik und ein breiter Energiemix garantieren in Zukunft eine stabile Energieversorgung.

„Wir müssen weg kommen von dem Ziel einer All-Electric-Society hin zu einer klimaverantwortlichen Diversität“, führte Weber vor über 200 Gästen im Tagungshotel Intercontinental aus. Denn eine Technologiebeschränkung auf Strom behindere die Innovationsvielfalt und Entwicklung von Alternativen. Eine dieser ­Alternativen können nach Einschätzung der Uniti E-­Fuels, also synthetische Kraftstoffe, sein, über deren Vorteile Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn am zweiten Tag der Mitgliederversammlung referierte.

Aufgabenteilung

„Für eine sinnvolle Klima- und Energie­politik muss nicht die Politik die Lösung bringen, die Lösung muss von der Wirtschaft kommen“, sagte Weber. Aber die Politik müsse dafür den Rahmen abstecken, forderte er weiter. Dazu gehören auch ­Fördermaßnahmen, die sich an markt­kon­formen Mechanismen orientieren.

„Eine Steuerpolitik im Verkehrssektor darf und soll sich nicht am Verbrauch einzelner Energieträger ausrichten“, betonte der Uniti-Vorsitzende. Um energieoffen zu agieren und den Wettbewerb zu fördern, müssen vielmehr alle Energieträger an ihren Klimaauswirkungen gemessen werden. Dabei sollten die Daten der ge­samten Wertschöpfungskette einbezogen werden, sodass sich auch die Elektromobilität am nationalen Energiemix messen lässt. Außerdem müsse eine energie­offene Politik Alternativen wie E-Fuels zur Anrechenbarkeit auf CO2-Flottenziele der Automobilindustrie zulassen.

Der Verbandschef gestand an dieser Stelle durchaus ein, dass eine solche Politik keinen kurzfristigen politischen Nutzen schafft. Aber sie sei verantwortungsvoll, da sie Veränderungsprozesse fördere. „Klimapolitik muss als evolutorischer ­Prozess verstanden werden, nicht als Revolution“, war Weber überzeugt. Als Beispiel für eine evolutorische Entwicklung nannte er die Beimischung von E-Fuels in konventionelle Kraftstoffe.

Ebenfalls entscheidend für eine erfolgreiche Energiepolitik sind Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit. Dabei müsse sich der Preis in einer globalvernetzten Wirtschaft in einem internationalen Wettbewerb auch behaupten können, betonte Weber. „Bezahlbarkeit ist ein ­Kernelement unserer sozialen Markt­wirtschaft. Wenn Umweltpolitik über der Sozialpolitik steht, verliert Politik die Menschen“, sagte er. Und ohne die Menschen, die die Wege mitgehen, scheitere die Klimapolitik. Zudem müsse die Versorgungssicherheit aus wirtschafts- und sozialpolitischer Sicht oberste Priorität haben.

„Neben den genannten Punkten ist aus unserer Sicht die globale Zusammenarbeit ein entscheidender Faktor“, schloss Weber diesen Abschnitt seines Vortrages. Zielführend seien keine nationalen, sondern internationale Lösungen, die weltweit zu einer Reduktion der CO2-Emissionen führen. Ziel sei es, von einer nationalen Klimaplanwirtschaft in Deutschland hin zu einer Marktwirtschaft mit Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit im Bereich des Klimaschutzes zu kommen.

Abschließend freute sich der Vorsitzende über eine positive Branchenentwicklung: „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass wir, was die Mengen betrifft, keine Probleme in der Branche haben. Im Gegenteil, wir haben eine leichte Steigerung bei ­Diesel und bei Ottokraftstoffen, bei Schmier­stoffen nur minimale Rückgänge.“ Als Ursache für diese erfreuliche Entwicklung sah er das gesteigerte Konsum- und Mobilitätsverhalten der Menschen.

(Autorin: Annika Beyer; Der Artikel erschien in Sprit+ Ausgabe 10./11.2018.)

Auswahl weiterer Vorträge:

  • Energiepolitik in NRW – ein Wirtschaftsstandort im Wandel
    Henning Rehbaum, energie- und wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU im Landtag Nordrhein-Westfalen
  • Automobilindustrie im Wandel – im Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Konsumentenwünschen
    Martin Koers, Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Klimaschutzpolitik, Verband der Automobilindustrie
  • Regierung verzweifelt gesucht: Wohin die Politik treibt …
    Hans-Ulrich Jörges, Journalist
  • E-Fuels – der Gamechanger der Energiewende
    Elmar Kühn, Hauptgeschäftsführer, Uniti
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