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KPMG Bericht 2022: Illegaler Zigarettenmarkt in Europa wächst weiter

Jede dritte illegal gehandelte Zigarette in der EU ist gefälscht.
© Foto: Philip Morris

Nach Erkenntnissen des neuen KPMG Berichts, der jährlich von Philip Morris International in Auftrag gegeben wird, ist der Konsum illegaler Zigaretten innerhalb der EU im Jahr 2021 weiter angestiegen. Insgesamt wurden EU-weit 35,5 Milliarden illegale Zigaretten konsumiert. In Deutschland beläuft sich die Menge auf 1,7 Milliarden Stück.


Datum:
14.07.2022
Autor:
Redaktion Sprit+
Lesezeit: 
5 min
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Der Konsum illegaler Zigaretten wuchs im Jahr 2021 in der EU auf insgesamt 35,5 Milliarden Stück. Das zeigt der neue KPMG Bericht. Dies entspricht einem Anteil von 8,1 Prozent am gesamten Zigarettenmarkt und einem Steuerverlust von rund 10,4 Milliarden Euro. Bei über einem Drittel dieser illegalen Zigaretten handelte es sich um Produktfälschungen (12,3 Mrd.).

Größter illegaler Markt in Frankreich

Dem Bericht zufolge ist der wachsende illegale Markt in der EU hauptsächlich auf Frankreich zurückzuführen. Dort wurde ein Anstieg des Konsums gefälschter Zigaretten um 33 Prozent auf acht Milliarden Stück verzeichnet. "Hier zeigt sich deutlich, dass eine zu hohe Besteuerung zu einem attraktiven Markt für das organisierte Verbrechen führt. Dies ist bei anderen Ländern, die eine hohe Tabaksteuer eingeführt haben, ebenso zu beobachten. Es sollte daher darauf geachtet werden, dass durch eine höhere Besteuerung von legalen Produkten kein Nährboden für das organisierte Verbrechen geschaffen wird", sagt Markus Schütz, Manager für Illicit Trade Prevention bei Philip Morris Deutschland.

Produktion illegaler Zigaretten. 
© Foto: Philip Morris

Rauchfreie Alternativen erschwinglicher machen

Laut Gregoire Verdeaux, Senior Vice President, External Affairs bei Philip Morris International, müsse die EU sich verstärkt dafür einsetzen, dass rauchfreie und schadstoffreduzierte Alternativen "für alle verfügbar und erschwinglich sind, damit alle Konsumenten eine informierte Entscheidung treffen können." In anderen EU-Ländern würde dies bereits erfreuliche Ergebnisse zeigen. 

Westeuropa ist neuer Hotspot

Darüber hinaus stellt KPMG eine zunehmende Verlagerung illegaler Produktionsstätten nach Westeuropa fest, um vor allem näher an höher besteuerten Absatzmärkten wie Frankreich, dem Vereinigten Königreich oder den Niederlanden zu operieren. Diese Verlagerung hatte auch Auswirkungen auf Deutschland. Schütz kommentiert hierzu: "Wir sehen, dass in Ostdeutschland die intensiven Zollkontrollen im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität Wirkung gezeigt haben. Gleichzeitig ist in den westlichen Bundesländern, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, aufgrund der Nähe zu illegalen Produktionsstätten im benachbarten Ausland ein starker Anstieg des Konsums illegaler Zigaretten zu verzeichnen. Dies macht deutlich, dass sich der illegale Tabakhandel aktuell neu aufstellt. Demzufolge bedarf es einer noch besseren organisatorischen, personellen, finanziellen sowie technischen Ausstattung unserer Ermittlungsbehörden und einer weiteren Stärkung grenzübergreifender Kooperationen.”

Im Juni wurde eine illegale Zigarettenfabrik in Iserlohn ausgehoben. 
© Foto: Philip Morris

Aufdeckung einer Produktionsstätte in Iserlohn

Erst Ende Juni 2022 wurde in Iserlohn nach einem fälschlichen Brandalarm in einem ehemaligen Großmarkt durch das Zollfahndungsamt Essen eine hochprofessionelle moderne Produktionsanlage zur Herstellung illegaler Zigaretten ausgehoben. "Der Fund der illegalen Zigarettenfabrik mit einem so hohen Produktionsvolumen bestätigt die jüngsten KPMG-Studienergebnisse, dass sich Nordrhein-Westfalen zu einem neuen Hotspot entwickelt hat", sagt Schütz. Er ist davon überzeugt, dass der Kampf gegen den illegalen Tabakhandel nur durch eine enge Zusammenarbeit von Staat, Ermittlungsbehörden, Zivilgesellschaft und der Industrie bewältigt werden kann. "Deshalb sollten wir an einem Strang ziehen und auf einen verstärkten, auch grenzübergreifenden, Erfahrungs- und Informationsaustausch hinwirken", schließt er.


Eine detaillierte Übersicht über die Ergebnisse und die Methodik des KPMG Berichts finden Sie (in englischer Sprache) hier.

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