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Getränkesortiment: Prost, Sommer!

15.04.2020 12:00 Uhr
Bei Energydrinks ist das erste Entscheidungskriterium die Marke.
© Foto: Lekkerland/Julia Vogel

Je wärmer der Tag, desto größer der Durst. So bereiten Tankstellenbetreiber ihr Getränkesortiment auf den Sommer vor. // Mit Bildergalerie

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Wenn das Thermometer klettert, raten Ernährungsexperten, 200 bis 300 Milliliter pro Stunde zu trinken. Dabei ist Getränk aber nicht gleich Getränk. Am besten ist es, Mineralwasser mit einem ­hohen Natriumgehalt oder Saftschorlen zu sich zu nehmen. Aus diesen Empfehlungen lassen sich Anpassungen im Getränke­sortiment des Tankstellenshops ableiten.

Ganz generell empfiehlt Michael Korten, Director Category Beverages bei Lekkerland Deutschland, dass sich der Shopper auf einen Blick im Regal oder Kühlschrank orientieren kann. „Die Getränkesegmente sollten daher gebündelt platziert werden, mit den Schnelldrehern und A-Marken in Augenhöhe des Konsumenten.“ Die genaue Platzierungsstruktur legt man dann anhand des sogenannten Kaufentscheidungsbaums fest, der durch Marktforschung erhoben wird.

Bei Energydrinks ist etwa das erste Entscheidungskriterium die Marke, während es bei Wasser zuerst die Produktart (still, Medium, Sprudel) und anschließend die Marke ist. Für die heiße Jahreszeit lässt sich dieses Wissen nutzen: Stellen Sie Mineralwasser mit hohem Natriumgehalt als Produktgruppe zusammen und weisen Sie ergänzend mit einem Schild darauf hin, dass ein Griff hierzu für einen Mineralstoffausgleich sorgt.

Aufgrund der Bedeutung der Marke rät der MCS-Category-Manager Fabian Brüderle ebenfalls: „Die Platzierung ­sollte innerhalb der einzelnen Produktkate­gorie in Markenblöcken erfolgen.“ Vor allem bei Wasser und Energydrinks empfiehlt er, neben den Marken- auch Preis­ein­stiegsprodukte anzubieten. Dabei ­genügt bei Wasser eine günstigere Marke in den verschiedenen Größen, bei Energydrinks kann es je nach Größe der Getränkekühlung eine bis drei sein. Innerhalb der Getränkekühlung empfehlen die Experten, die Stellfläche anhand des Flächenverteilungsschlüssels aufzuteilen, der die Absatz- und Umsatzbedeutung berücksichtigt. So sollten alkoholfreie Getränke in der Kühlung immer mehr Fläche als alkoholhaltige erhalten. Unter den alkoholfreien Getränken haben dann Energy- und Softdrinks den größten Flächenanteil.

Gekühlt oder ungekühlt

Im Tankstellenshop unterteilt man die Getränke nicht nur nach Segmenten, sondern auch nach gekühlten und ungekühlten Waren. Grundsätzlich sollte eine große Auswahl an gekühlten Getränken im Shop erhältlich sein, betont Korten. „Der Konsument erwartet das im Tankstellenshop.“ Dem stimmt Andreas Lindstedt, Category Manager bei Edeka, zu: „An der Tankstelle lassen sich Getränke besser gekühlt verkaufen.“

Korten rät dazu, Segmente wie Schorle/Saft/Eistee, Softdrinks, Bier, Energy, Pre-Mixed-Longdrinks und Eiskaffee auf jeden Fall gekühlt anzubieten. Je nach Kühlungsgröße kann man dieses Standardsortiment im Sommer durch eine kleine Auswahl Weißwein und Sekt ergänzen. Rotwein und Spirituosen müssen dagegen nicht gekühlt werden. So erfüllt man im Tankstellenshop vor allem die Wünsche von convenienten Käufern, die zum Beispiel nach der Arbeit noch rasch für eine Feier einkaufen möchten, da sie nichts mehr zuhause ­haben. Die Auswahl muss dabei gar nicht besonders groß sein. Wichtig ist aber die Option, gekühlten Weißwein kaufen zu können.

Neben gekühlten Getränken sollte man die wichtigsten Segmente zusätzlich außerhalb der Kühlschränke anbieten. Zweitplatzierungen und Displays sorgen für zusätzliche Impulse. „Zahlreiche Kunden trinken durchaus gerne ungekühlte Getränke“, weiß MCS-Experte Brüderle. Besonders im Sommer entspricht man damit gesundheitsbewussten Zielgruppen, denn Experten raten bei Hitze sowohl von sehr heißen als auch sehr kalten Getränken ab.
Sehr heiße Getränke verstärken das Schwitzen, da sie den Körper auf Hochtouren bringen. Sehr kalte Getränke dagegen können den Kreislauf belasten und den Körper dazu anregen, mehr Wärme zu erzeugen, heißt es von der Verbraucherzentrale. Deshalb empfiehlt es sich gerade während der warmen Jahreszeit, Durstlöscher wie Wasser und Saftschorlen gekühlt, ungekühlt und in der Zweitplatzierung in der „Fast Lane“ anzubieten.

Egal zu welcher Jahreszeit, regionale Produkte liegen im Trend. „Gerade beim Bier sollte man auf Produkte aus der Region setzen“, betont Lindstedt von Edeka. Lekkerland-Mann Korten stimmt zu: „Besonders beim Bier werden aus Gründen der Nachhaltigkeit und des Lokalpatriotismus vermehrt regionale Sorten nachgefragt.“ Deshalb sollte man in Bayern bayerisches Bier, in Köln Kölsch und so weiter anbieten. ­Neben der Regionalität ist beim Bier besonders wichtig, dass es in der Kühlung zu finden ist. Denn ob Sommer oder Winter: „Bier verkauft sich am besten gekühlt“, wie Lind­stedt zusammenfasst.

Fazit:
Um das Getränkesortiment sommerfit zu machen, sollte sich der Kunde auf einen Blick in der Kühlung orientieren können und Marken ebenso wie preisgünstige ­Alternativen finden. Vor allem Wasser muss auch in Zweitplatzierungen ange­boten werden, Weißwein und Bier sollten für den Feierabend gekühlt vorrätig sein und regionale Produkte sind besonders beliebt.

(Autorin: Julia Richthammer; Der Artikel erschien in Sprit+ Ausgabe 4/2020.)


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