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Im Porträt: Die 24-Autobahn-Raststätten

Autohof Beispielbild
Aktuell (Februar 2024) gibt es hierzulande 15 Standorte von 24-Autohöfe
© Foto: Florian Busch

Seit 15 Jahren gilt 24-Autobahn-Raststätten als beste Autohofkette Deutschlands. Geschäftsführer Daniel Ruscheinsky erklärt das Konzept.


Datum:
06.02.2024
Autor:
Annika Beyer/bft-Nachrichten
Lesezeit:
3 min
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Autohöfe haben sich in den vergangenen Jahren aufgrund ihrer guten Lage und der im Vergleich zu Bundesautobahn-Tankstellen niedrigeren Kraftstoff- und Shoppreise zu einer beliebten Anlaufstelle für Autofahrer entwickelt. Zu den erfolgreichsten Unternehmen gehört das Unternehmen 24-Autobahn-Raststätten mit ihren 24-Autohof-Standorten. 15 sind es aktuell in ganz Deutschland. Das Unternehmen ist Mitglied in der Vereinigung deutscher Autohöfe (VEDA) und seit September 2023 auch im bft.

"24 - das steht für 24 Stunden geöffnet, ist leicht zu merken und wiederzuerkennen", erklärt Daniel Ruscheinsky. Der 38-Jährige ist einer der Geschäftsführer des Unternehmens 24-Autobahn-Raststätten, das sein Vater bereits 1997 gegründet hat. "Der Name ist wohlüberlegt und dient der Markenbildung. Wir wollen, dass unsere Kundinnen und Kunden sich auch nach ihrem Besuch erinnern können, an welcher Rastanlage sie gehalten haben", ergänzt der Unternehmer.

Doch ein griffiger Name allein reicht natürlich nicht aus, um seit 2007 durchgehend von den Lesern des ETM-Verlags zur "Besten Autohofkette Deutschlands" gewählt zu werden. Gemeinsam mit den wirtschaftlich selbstständigen Betreibern entwickelt das "24"-Team das Konzept permanent weiter.

Das Corporate Design

Wie das Konzept aussieht, erläutert Ruscheinsky beim Interviewtermin am 24-Autohof an der A 94 bei Mühldorf, einem der am stärksten frequentierten Standorte im 15 Autohöfe großen Netz. "Unsere Gebäude haben ein Corporate Design, das wir an allen Stationen umsetzen. Der Kunde kommt nach dem Eintreten in eine Halle, in der ihm die wichtigsten Food-Angebote präsentiert werden. Seitlich befinden sich die Sitzbereiche und auf der anderen Seite gegenüber der große Shop mit dem üblichen Tankstellensortiment sowie Reisebedarf, Lkw-spezifischen Artikeln und einem Bereich mit CI-Produkten", erklärt der Geschäftsführer.

Das gastronomische Angebot ist vielfältig und wird meist in Selbstbedienung angeboten, aber auch teil- oder zeitweise am Tisch serviert. Es gibt eine Hauptspeisekarte, die die Pächter auf Wunsch um ein typisch regionales Speiseangebot ergänzen können. "Unsere Konzepte heißen Pizza'Z, Burger'Z oder Döner'Z. Letzteres ist auf Initiative von einem unserer sehr rührigen Pächter entstanden", erzählt Ruscheinsky. Zum Konzept gehört außerdem immer ein Subway-Restaurant. Hier zählen die 24-Autohöfe zu den größten Lizenznehmern in Deutschland. Außerdem wird derzeit an zwei Stationen eine Kooperation mit Coffee Fellows getestet. "Gesunde, vegetarische und leicht bekömmliche Speisen haben einen hohen Stellenwert in den 24-Autohöfen und werden deshalb ausgebaut", kündigt der 38-Jährige an.

Jessica (l.), Daniel und Roxanne Ruscheinsky sind allesamt im Familienunternehmen tätig.
Jessica (l.), Daniel und Roxanne Ruscheinsky sind alle im Familienunternehmen tätig.
© Foto: Annika Beyer

Bikini-ARTmuseum und andere Ausstellungen im Autohof

Sehr wichtig ist mittlerweile auch die kulturelle Komponente an den 24-Autohöfen, um den Aufenthalt für die Gäste unterhaltsamer zu gestalten und die Aufmerksamkeit für die Marke zu erhöhen. In Bad Rappenau an der A 6 zwischen Heilbronn und Heidelberg hat das Unternehmen beispielsweise auf fast 3.000 Quadratmetern das "Bikini-ARTmuseum", das weltweit erste Museum für Bademode und Badekultur, errichtet. Dort finden regelmäßig spannende Sonderausstellungen statt, die danach in die anderen Autohöfe wandern. Aus besonderem Anlass ist im 24-Autohof Leipzig- Flughafen an der A 9 das Thema "Flugzeug" gewählt worden. "Wir haben dort sogar ein kleines Flugzeug stehen, das der weltbekannte Künstler Jace veredelt hat. Die Ausstellung selbst ist vom Kunstflugweltmeister Matthias Dolderer kuratiert worden", erzählt Ruscheinsky.

Und auf dem Forecourt? Da arbeitet das Familienunternehmen jeweils mit einem A-Markenpartner (Total Energies, Shell, Eni oder Aral) zusammen. Neben den klassischen Kraftstoffsorten finden Kunden dank zahlreicher Partnerschaften bereits heute ein breites Angebot an alternativen Energieträgern. "Von Anfang an haben wir alle Entwicklungen an alternativen Antriebsstoffen intensiv und in Vorreiterrolle vorangetrieben", berichtet Ruscheinsky. Bei den Schnellladesäulen kooperiert das Unternehmen mit Tesla, Ionity und Allego oder mit der jeweiligen Mineralölgesellschaft. Zudem sind in Zusammenarbeit mit der Baywa, Barmalgas und Knauber bereits LNG-Tank-möglichkeiten und mit Air Liquide eine Wasserstoff Tankstelle entstanden. Auch mit NIO wurde an verschiedenen Stellen der Bau von Batterietauschanlagen vereinbart und in Mühldorf bereits erstmals umgesetzt.

Autohof Bad Rappenau
Das Corporate Design wird an allen Standorten konsequent umgesetzt.
© Foto: Florian Busch

Autohöfe sind dreimal so effizient

"Die Anbieter der alternativen Energieformen versuchen, ihre Netze effektiv und kostensparend entlang der Autobahn aufzubauen. Dafür wählen sie hauptsächlich Autohöfe aus, weil diese dreimal so effizient sind: Sie können aus beiden Richtungen der Autobahn über die Ausfahrt und zusätzlich noch aus der Region angefahren werden", sagt der Unternehmer. Welche Antriebsform sich in den kommenden zehn Jahren durchsetzen könnte, ist jedoch aus seiner Sicht nicht abzusehen. "Wir als ,24' stellen uns auf kein nahes Ende der klassischen Tankstelle ein. Jedoch werden die Literabsätze leicht zurückgehen", prognostiziert Ruscheinsky. Er gehe deshalb von einem parallelen und immer stärker aufgefächerten "Tankangebot" aus, das die klassische Tankstelle und die Stromtankstellen mittelfristig in ihrer Mitte hat.

Eine besondere Zielgruppe von Autohöfen sind natürlich die Lkw-Fahrer, deren Tankbereich strikt von den Zapfsäulen für Pkw getrennt ist. Neben dem gastronomischen Angebot und den stets sauberen Sanitäranlagen ist für diese Kunden vor allem eine sichere Parkmöglichkeit relevant. Auf den beschilderten Autohöfen finden nachts zwischen 80 und 200 Lkw einen Abstellplatz. "Da die Ladungskriminalität in Deutschland seit Jahren stark zunimmt und das Sicherheitsbedürfnis somit einen wachsenden Stellenwert bekommen hat, haben wir zusammen mit der Euro-Rastpark- Gruppe ein Lkw-Parkplatzmanagement entwickelt und erfolgreich in den Markt eingeführt", berichtet Ruscheinsky.

Wichtigstes Merkmal ist eine vollständige Videoüberwachung. "Die Erfahrung zeigt, dass wir mit diesem Konzept goldrichtig liegen: Die Lkw-Fahrer fahren uns sehr gerne an, die Kriminellen jedoch nicht", ergänzt der Unternehmer.

Austausch etwa über Themen wie das Sicherheitskonzept auf Parkplätzen und die Beschilderung auf Autobahnen findet auch in der Vereinigung deutscher Autohöfe (VEDA) statt, in der neben den 24-Autohöfen über die Hälfte aller privaten Autohöfe organisiert ist. "Die Politik betont bei jeder Gelegenheit, wie stark sie hinter dem Mittelstand steht, handelt aber selten danach - im Gegenteil. Deshalb unterstützen wir alle, die sich für den Mittelstand und seine Belange einsetzen", betont Ruscheinsky, der sich selbst im Vorstand der VEDA engagiert, und ergänzt: "Wir sehen im bft einen starken Verband mit einer ebenso guten Führung, der nicht nur politisch wertvolle Arbeit für seine zahlreichen Mitglieder leistet." Aus diesem Grund seien die 24-Autohöfe im September 2023 in den bft eingetreten und freuen sich auf die enge Zusammenarbeit.

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