Manchmal verrät ein einziges Wort mehr als jedes Sicherheitselement. Auf einer als Marlboro Adventure vertriebenen Zigarettenpackung findet sich im englischen Entwöhnungshinweis die Schreibweise "farmacist" statt "pharmacist". Was zunächst wie ein einfacher Schreibfehler wirkt, erweist sich bei näherer Betrachtung als Teil eines ungewöhnlichen Verpackungsmixes – und ist damit preiswürdig als "Schmuggelzigarette der Woche".
"Farmacist" ist kein englisches Wort. Die Schreibweise entspricht vielmehr dem Begriff für Apotheker im Rumänischen und Albanischen. Zwar lässt sich daraus kein Herstellungsort ableiten. Der Fehler wirft jedoch Fragen zur Herkunft und Entstehung der Verpackung auf.
Heißluftballon basiert auf tatsächlich existierender Zigarette
Das Heißluftballon-Motiv basiert offenbar auf einer tatsächlich existierenden Marlboro Adventure beziehungsweise Marlboro Redland Limited Edition, die zeitweise in verschiedenen europäischen Märkten angeboten wurde. Selbst die EAN-13-Nummer wurde offenbar übernommen: Sie findet sich identisch in einer im Internet verfügbaren Produktdarstellung eines Duty-Free-Händlers. Dies legt nahe, dass bei der Gestaltung der Packung auf eine reale Produktabbildung als Vorlage zurückgegriffen wurde.
Die übrige Gestaltung der Verpackung weicht deutlich von der bekannten Produktdarstellung ab. Je genauer man die Packung betrachtet, desto widersprüchlicher wirkt sie. Ein originales Adventure-Design wird mit modernen EU-Warnhinweisen, einer Duty-Free-Kennzeichnung und dem fehlerhaften Hinweis "farmacist" kombiniert. Hinzu kommen Auffälligkeiten bei der Anordnung der Warnhinweise sowie bei den Kennzeichnungen zur Rückverfolgbarkeit. Insgesamt entsteht der Eindruck einer Verpackung, die aus unterschiedlichen Vorlagen zusammengesetzt wurde.
Deutsche Steuerbanderole fehlt
Eine deutsche Steuerbanderole fehlt. Die Packung wird als Duty-Free-Ware ausgewiesen. Damit ist sie jedenfalls nicht als regulär in Deutschland versteuerte Tabakware gekennzeichnet.
Jede fünfte Zigarettenpackung in Deutschland wird nicht hier versteuert. Der BVTE fordert deshalb eine kluge Tabaksteuerpolitik mit Augenmaß, die neben den Einnahmeerwartungen auch die Folgen für den legalen Markt und den Schwarzmarkt berücksichtigt.