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Polizeiliche Kriminalstatistik 2020: Straftaten gegen Tankstellen rückläufig

Besonders stark sanken die Zahlen im Saarland (-35 Prozent) und in Baden-Württemberg und Bremen (jeweils um mehr als 20 Prozent).
© Foto: ZTG

Die Zahl der Überfälle auf Tankstellen sank im Jahr 2020 auf 579 gegenüber im Langzeitvergleich ohnehin schon niedrigen 587 im Jahr 2019. Auf diese erfreuliche Entwicklung verwies jetzt der Zentralverband des Tankstellengewerbes nach Auswertung der Kriminalstatistik des Jahres 2020.


Datum:
04.06.2021
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Das Corona-Jahr 2020 hat kontaktlosen Zahlungen enormen Aufwind verschafft. Zudem sind die Kraftstoffabsätze gesunken. Fazit: Deutschlands Tankstellen nehmen immer weniger Bargeld ein. Offenbar hat sich das auch unter Kriminellen herumgesprochen, denn die Zahl der Überfälle auf Tankstellen sank im Jahr 2020 auf 579 gegenüber 587 im Jahr 2019. Auf diese erfreuliche Entwicklung verwies jetzt der Zentralverband des Tankstellengewerbes (ZTG) nach Auswertung der Kriminalstatistik des Jahres 2020.

ZTG-Geschäftsführer Jürgen Ziegner: "Dabei war noch zu Beginn der Maskenpflicht im letzten Jahr häufig die Befürchtung geäußert worden, die Zahl der Überfälle auf Tankstellen könne deswegen steigen. Wir hatten diese Befürchtung schon deswegen nicht geteilt, weil sich – aus ihrer Sicht aus gutem Grund - auch in der Zeit zuvor sehr viele Täter bereits maskiert hatten. Jetzt sind wir froh, dass sich unsere Einschätzung bestätigt hat."

Allerdings ist das Risiko für eine Tankstelle, überfallen zu werden, weiterhin stark davon abhängig, in welcher Region Deutschlands sie sich befindet. Wie in der Vergangenheit sind Stationen in Bundesländern mit Ballungszonen wesentlich gefährdeter als in ländlichen Bereichen, und im vergangenen Jahr haben die Unterschiede zwischen diesen Regionen wieder zugenommen.

Trauriger Spitzenreiter bleibt Berlin, gefolgt von Bremen. In Berlin stieg die Zahl der Überfälle von 51 auf 60, was ein Überfallrisiko von 20 Prozent für jede Berliner Tankstelle im Jahr 2020 bedeutet. Am niedrigsten lag die Überfallwahrscheinlichkeit für Tankstellenbetreiber in Bayern (0,61 Prozent), Thüringen (0,75 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (1,50 Prozent).

Sehr unterschiedlich sind auch die Aufklärungsquoten in den einzelnen Bundesländern. In Bayern wurden 80 Prozent der Fälle aufgeklärt, in Mecklenburg-Vorpommern sogar alle Fälle. In Sachsen hingegen lag die Aufklärungsquote bei 44,4 Prozent, in der (für Tankstellen) Hochrisikostadt Berlin bei 58,3 Prozent.

Ein Hinweis des ZTG zu den Aufklärungsquoten, die sich von Jahr zu Jahr stärker ändern als die Zahlen der Überfälle: Aufgeklärt bedeutet in der Statistik, dass nach polizeilicher Einschätzung innerhalb des Berichtszeitraums ein Tatverdächtiger mit hinreichendem Tatverdacht ermittelt wurde. Fälle, die erst in den folgenden Jahren aufgeklärt werden, gehen nicht in die Statistik ein. Auf der anderen Seite gibt es speziell bei Tankstellenüberfällen häufig Serientäter. Mit nur einem ermittelten Tatverdächtigen steigt somit die Aufklärungsquote stark an. Diese Zahlen sind daher nur sehr begrenzt zur Einschätzung der Qualität polizeilicher Arbeit geeignet.

Tankbetrügereien gingen 2020 um fast 15 Prozent von 70.498 (2019) auf 60.230 zurück. In Baden-Württemberg und im Saarland sind möglicherweise auch die zeitweisen Grenzschließungen beziehungsweise die verstärkten Grenzkontrollen eine Erklärung für die Rückgänge. (bg)

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