Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die Erhöhung des Ethanolanteils bei bestimmten Kraftstoffsorten von fünf auf zehn Prozent beschlossen. Das so genannte E10 soll ab 1. Januar zusätzlich zum üblichen Sprit an deutschen Tankstellen vertrieben werden. Damit wird eine EU-Richtlinie umgesetzt. Der Bundesrat muss dem Plan noch zustimmen, die Zustimmung gilt aber als sicher. Das Verfahren soll bis Mitte Dezember abgeschlossen sein. Der bisherige Biosprit mit einem fünfprozentigen Ethanol-Anteil wird zusätzlich bis 2013 weiter angeboten. Mit der Änderung will die Regierung ihre Klimaschutzbemühungen intensivieren. Bis 2020 sollen zehn Prozent des Energieverbrauchs im Verkehr aus Öko-Energien kommen. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) kritisierte den Beschluss. "Die Öko- und Klimabilanz von Ethanol, das aus zucker- oder stärkehaltigen Pflanzen hergestellt wird, ist äußerst umstritten", sagte Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die Umwandlung von Wald, Weide- oder Brachland in Ackerland könne dazu führen, dass deutlich mehr Kohlendioxid freigesetzt werde als später durch Biokraftstoffe eingespart wird. Laut ADAC und Umweltministerium können 90 Prozent aller benzinbetriebenen Autos E10 tanken. Eine verbindliche Liste mit Fahrzeugen, die E10 nicht vertragen, soll ab Mitte November von der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) unter der Internetadresse www.dat.de/e10 veröffentlicht werden. "Auch bei seinem Fahrzeughändler und bei seiner Kfz-Werkstatt kann man sich nach der E10-Verträglichkeit von Fahrzeugen erkundigen", heißt beim Bundesumweltminiterium. (dpa/ng)
Benzin: Höherer Biospritanteil ab 2011 erlaubt
Die Einführung des Superkraftstoffs mit höherem Ethanolanteil haben Bundesregierung und Bundeskabinett jetzt beschlossen.