Raffinerie in Leuna setzt auf Alternativen zu Benzin

01.10.2009 16:25 Uhr
Raffinerie Leuna
Die Jahreskapazität der neuen Anlage in Leuna liegt bei einer Million Tonnen
© Foto: Schweitzer

Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise und den Trend zu verbrauchsarmen Autos sucht die Total-Raffinerie in Leuna zunehmend auf Alternativen zu Kraftstoffen

Spergau/Leuna. Als Reaktion auf die Wirtschaftskrise und den Trend zu verbrauchsarmen Autos setzt die Total-Raffinerie in Leuna zunehmend auf Alternativen zu Kraftstoffen. Nach 20 Monaten Bauzeit ging am Mittwoch eine 120 Millionen Euro teure Anlage zur Herstellung schwefelarmen und damit umweltfreundlicheren Heizöls in Betrieb. Die Jahreskapazität der Anlage liegt bei einer Million Tonnen. „Wir stellen uns damit noch flexibler auf veränderte Marktsituationen ein“, sagte der Geschäftsführer der Total Raffinerie Mitteldeutschland GmbH, Reinhard Kroll, der Nachrichten-Agentur dpa. So sei der Verbrauch von Benzin und Diesel gesunken, da die Krise zum Rückgang bei Transporten geführt habe. Das spüre die Raffinerie, die aus Erdöl Benzin, Diesel und Heizöl herstellt. Laut einer Prognose der Mineralölbranche wird in Deutschland der Benzinverbrauch, der 2010 bei etwa 20,5 Millionen Tonnen liegt, bis 2020 um ein Viertel auf 15,6 Millionen Tonnen sinken. Hauptgrund ist der immer geringere Verbrauch von Autos. Dies habe Verschiebungen in der Produktion in Raffinerien zur Folge, sagte Kroll. „Wir müssen aus Erdöl so viel wie möglich in den Bereich bringen, der sich so gut wie möglich verkaufen lässt“, sagte er. „Im Moment spüren wir den eisigen Wind der Krise mit einer völlig verschobenen Marktsituation. Wir versuchen, die rote Zahl zu verhindern, aber wir sind sehr dicht dran. Es gibt aber erste Indikatoren für eine leichte Besserung.“ Kroll rechnet damit, dass die Raffinerie mit einer Jahreskapazität von zwölf Millionen Tonnen Rohöl in diesem Jahr „oberhalb der elf Millionen Tonnen“ verarbeitet. Der Umsatz werde aber um 25 Prozent im Vergleich zu 2008 zurückgehen. Im Vorjahr hatte die zum französischen Total-Konzern gehörende Raffinerie den Angaben zufolge einen Umsatz von 5,45 Milliarden Euro erzielt. „Wir haben nicht die Absicht, wegen der Krise Arbeitsplätze abzubauen“, sagte Kroll. In der Raffinerie sind derzeit rund 650 Menschen tätig. Das Unternehmen verarbeitet überwiegend aus Russland stammendes Rohöl. Die Produktpalette umfasst neben Benzin, Diesel und Heizöl zum Beispiel Flüssiggas, Kerosin für Flugzeuge und Bitumen, der im Straßenbau verwendet wird. (dpa/ag)

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