Seit Dienstag dürfen in Kalifornien selbstfahrende Autos offiziell am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, unterzeichnete am 25. September 2012 ein Gesetz, das die Sicherheitsstandards für computergesteuerte Fahrzeuge vorschreibt. "Autonome Fahrzeuge sind ein weiteres Beispiel dafür, wie die technologische Führungsposition Kaliforniens die Science-Fiction-Vorstellungen von heute in die Realität von morgen überführt", erklärte Brown auf dem Firmencampus des Internet-Konzerns Google in Mountain View.
In den Bundesstaaten Nevada und Florida sind die fahrerlosen Autos bereits zugelassen. Einzige Bedingung ist, dass ein Fahrer mit einem gültigen Führerschein im Auto sitzt, der bei Bedarf steuernd eingreifen kann.
Von dem selbstfahrenden Pkw überzeugte sich Brown, kurz vor der Unterzeichnung auf dem Googleplex, selbst. "Selbstfahrende Autos können das Leben sowie Städte und Gemeinden verändern", beschreibt Google-Mitbegründer Sergej Brin das Projekt. So könnten auch Personen am Straßenverkehr teilnehmen, die das bisher nicht konnten. Ebenfalls erklärt Brin, dass so die Verkehrssicherheit erhöht und Staus vermieden werden könnten.
Wesentliche Forschungsergebnisse für das Projekt lieferte der deutschstämmige Wissenschaftler Sebastian Thrun. Unter seiner Leitung gewann ein Team der Stanford University im Jahr 2005 mit dem Volkswagen Touareg "Stanley" die DARPA Grand Challenge. Die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) ist die Technologieabteilung des US-Verteidigungsministeriums und fördert den Wettbewerb für unbemannte Landfahrzeuge.
Forschung auch in Deutschland
Auch in Deutschland arbeiten verschiedene Universitäten am Konzept eines computergesteuerten Fahrzeugs. Der Pkw der Freien Universität Berlin wurde im September 2011 in der Bundeshauptstadt getestet.
Ebenso blicken die großen deutschen Automobilhersteller auf das zukunftsträchtige Modell der autonomen Fahrzeuge. "Das ist ein Thema, das sich die Automobilbranche schon seit Jahren anschaut", heißt es von der Daimler AG aus Stuttgart. Sie sieht die Herausforderung bislang darin, dass das Auto sein Umfeld nicht nur wahrnehmen, sondern auch verstehen müsse. "Aber nun wird die Sensorik im Fahrzeug immer besser", erläutert Daimler-Sprecher Benjamin Oberkersch am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.
Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die der Tageszeitung "Welt" vorliegt, wird es in den USA keine 15 Jahre mehr dauern, bis die Bedingungen für einen Durchbruch von fahrerlosen Pkw erfüllt sind. Ab den Jahren 2018/19 sollen der Studie zufolge die ersten Modelle auf den Markt kommen. Diese können mit festen Einrichtungen wie der Verkehrsinfrastruktur und anderen Fahrzeugen kommunizieren. Das sei die technische Grundvoraussetzung für fahrerlose Mobilität. Eine ausreichende Marktdurchdringung wird es laut Studie ab dem Jahr 2025 geben. Dann werden die Fahrzeuge ohne aktiven Fahrer endgültig die Straßen bevölkern. (dpa/anr)