Branchenverbund: Digitale Kfz-Zulassung weiter auf der Bremse

22.05.2026 00:24 Uhr | Lesezeit: 2 min
Online-Zulassung
Weniger als jede fünfte Fahrzeugzulassung erfolgt digital.
© Foto: momius - stock.adobe.com

Die Digitalisierung der Fahrzeugzulassung in Deutschland bleibt hinter den Erwartungen zurück – die Branche fordert von der Politik mehr Tempo und verlässliche Strukturen.

Die Digitalisierung der Kfz-Zulassung in Deutschland kommt langsamer voran als geplant. Nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) wird bislang nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Vorgänge digital abgewickelt. Die PremiumZulasser eG sieht darin ein strukturelles Problem und fordert von der Politik ein entschlosseneres Vorgehen.

Zweieinhalb Jahre nach Einführung von i-Kfz Stufe 4, die insbesondere gewerblichen Nutzern eine vollständig digitale Abwicklung ermöglichen soll, fällt die Bilanz aus Sicht des Branchenverbunds verhalten aus. Im ersten Quartal 2026 wurden demnach weniger als 20 Prozent aller Zulassungsvorgänge digital erledigt. In diese Zahl fließen neben Neuzulassungen auch Besitzumschreibungen und Außerbetriebsetzungen ein.

Neuzulassungen digital kaum verbreitet 

Besonders deutlich wird die Zurückhaltung bei neuen Fahrzeugen. Lediglich rund zehn Prozent der Neuzulassungen wurden zwischen Januar und März digital abgewickelt – entweder über die Portale der örtlichen Zulassungsstellen oder die Großkundenschnittstelle des KBA. Letztere machte insgesamt 9,4 Prozent der digitalen Vorgänge aus.

Auffällig ist zudem die Zusammensetzung der digitalen Prozesse: Rund drei Viertel entfallen auf Abmeldungen, die vergleichsweise einfach umzusetzen sind. Komplexere Vorgänge wie Neuzulassungen oder Umschreibungen werden hingegen weiterhin überwiegend klassisch bearbeitet.

Kritik an Infrastruktur und Standards

Vor diesem Hintergrund fordern die PremiumZulasser konkrete Verbesserungen. "Wir appellieren an die Bundesregierung und das Kraftfahrt-Bundesamt, Maßnahmen zur Beschleunigung, Vereinheitlichung und Zuverlässigkeit der digitalen Kfz-Zulassung zu priorisieren. Dazu zählen stabile Schnittstellen, behördenübergreifende Standards und eine höhere Verfügbarkeit der Systeme", sagte Florian Cichon, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft, am Montag.

Aus Sicht der Branche liegt eines der zentralen Probleme in der technischen Infrastruktur. Uneinheitliche Systeme, mangelnde Verfügbarkeit und fehlende Schnittstellen erschweren die durchgängige Digitalisierung der Prozesse. Gerade für Händler und Zulassungsdienstleister mit hohen Stückzahlen bleibt der Nutzen begrenzt, solange die Abläufe nicht verlässlich funktionieren. 

Politischer Handlungsdruck wächst 

Die schleppende Entwicklung steht im Kontrast zu den politischen Zielsetzungen. Die Bundesregierung hat die Digitalisierung der Verwaltung zu einem zentralen Vorhaben erklärt, auch im Bereich der Fahrzeugzulassung. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass die Umsetzung noch hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Die PremiumZulasser eG ist ein Zusammenschluss von rund 60 Dienstleistern mit bundesweiter Präsenz. Im vergangenen Jahr bearbeitete der Verbund nach eigenen Angaben nahezu zwei Millionen Zulassungsaufträge. Mit digitalen Lösungen wie dem KI-gestützten Tool PZeG.online will sie Prozesse effizienter gestalten.

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