Dienstag, 26.03.2019
06.03.2019
   

Waschmaterial

Waschanlage Christian Schmitt Promicro

Nach der Vorwäsche erwartet den Lack eine sanfte, aber gründliche Reinigung mit Mischbesatz aus Schaum- und Promicro-Material.

Streicheleinheiten von Promicro

Trotz anfänglicher Startprobleme setzt Waschstraßenbetreiber Christian Schmitt seit vielen Jahren auf das Wasch- und Trocknermaterial von Promicro. Dank kontinuierlicher Weiterentwicklung läuft nun alles rund.

Als Unternehmensgründer Manfred Schmitt 1979 seine ersten beiden Waschstraßen in Tauberbischofsheim und Walldürn eröffnete, gab es mangels Auswahl noch keine großen Diskussionen um den optimalen Bürstenbesatz. Mit dem Einstieg von Sohn Christian erwarb das Unternehmen in den 2000er Jahren drei weitere Waschstraßen in Würzburg und beschäftigt heute rund 60 Mitarbeiter.

Bei der Anlagentechnik ist das Familienunternehmen recht breit aufgestellt, man setzt auf Technik von Christ, Holz und Schleicher. Ebenso individuell geht man die Frage des optimalen Waschmaterials an, um dem Firmenslogan „Das Beste fürs Auto“ gerecht zu werden. Im Rahmen diverser Modernisierungs-, Um- und Neubaumaßnahmen an den fünf Waschstraßen zeigt sich der Betreiber deshalb stets offen für neue Materialien, um das Waschergebnis zu optimieren.

Werblich interessant

So entschloss man sich im Jahr 2013 dazu, die Anlage in Walldürn mit Waschmaterial aus der damals ersten Generation von Promicro zu bestücken. „Das Produkt hat uns zunächst angesprochen, weil wir die Begrifflichkeiten Promicro und Micro­faserwäsche werblich sehr interessant fanden, assoziiert doch der Endverbraucher damit etwas Positives und Reinliches“, beschreibt Michael Burger, kaufmännischer Leiter im Unternehmen, die damaligen Beweggründe. Überzeugt hat das Produkt vor allem durch sein Anlegeverhalten und die Homogenisierung mit der Waschtechnik. Außerdem schonen das geringe Eigengewicht und die geringe Wasseraufnahme die Bürstenantriebe, gleichzeitig läuft das Material sehr ruhig über das Auto.

„Man muss aber gestehen, dass es anfangs Startschwierigkeiten gab“, erinnert sich Burger. Standfestigkeit und Lang­lebigkeit entsprachen nicht den Erwartungen, „außerdem ergaben sich Probleme in den unteren Segmenten der Seitenbürsten“, fährt Burger fort. Promicro-Geschäftsführer und -Entwickler Peter Kracht kennt die frühere Problematik: „Dass sich Waschmaterial, egal welcher Ausprägung, verhakt, kommt immer dann vor, wenn die Spaltmaße am Fahrzeug nicht stimmen. Ein weiteres Problem waren die Stützlagen im Besatz, die ihn zu nah ans Fahrzeug führten und zu Faserabrissen führten.“ Die damals bei der Herstellung des Microfasermaterials eingesetzte Strichkalandrierung führte außerdem zu Sollbruchstellen, die vorzeitigen Verschleiß verursachten, ebenso wie das laminierte Grundmaterial, das sich in Schichten ablösen konnte.

Schnee von gestern

Gemeinsam mit dem Promicro-Geschäftsführer hat man die damaligen Schwierigkeiten bei Schmitt längst gelöst und abgestellt. Das A-Segment der Seitenbürsten besetzte man ganz pragmatisch komplett mit Schaumstoff, „damit war das Problem erledigt“, so Burger. Gleichzeitig entwickelte Kracht das Promicro-Material kontinuierlich weiter. Mit der Generation 2.0 wurde von Strich- auf Punktkalandrierung umgestellt, außerdem hat das Grundmaterial heute einen monolithischen Aufbau. Mit diesen Maßnahmen konnte Kracht die Standfestigkeit deutlich steigern und das Problem der Abrisse beseitigen.

Dies bestätigt auch Burger: „Trotz der Erfahrungen mit der ersten Promicro-Generation haben wir in der Folge auch das neue Material 2.0 installiert und stellen eine spürbare Verbesserung der Haltbarkeit fest.“ Darüber hinaus gelang es im Zusammenspiel zwischen der bestehenden Christ-Technik und dem neuen Promicro-Material auch erstmalig, schadenfrei und ohne Aufklappen der Außenspiegel in die Innenflächen der Spiegel zu waschen. Da die Seitenwalzen zudem noch mit Osmosewasser betrieben werden, reduzierte diese Umstellung zusätzlich die Fleckenbildung nach der Fahrzeugwäsche, da das Osmosewasser Brauchwasserreste herausspült. Das verhindert die nachträgliche Fleckenbildung durch aus den Spiegeln tropfende Brauchwasserreste.

Trocknerlösung

Es wäre auch schade, wenn die aufwändig getrockneten Fahrzeuge nach Verlassen der Anlage erneut Kalkflecken bekämen. Im Trocknungsbereich sind ein Doppelgebläse und ein Drei-Walzen-Portal mit zwei Seiten- und einer Dachwalze installiert. Beide Seitenwalzen sind mit Microfasermaterial von Promicro bestückt, allerdings in einer anderen Ausprägung. Alternativ bietet Promicro Trocknerstreifen für den Mittereinsatz, wahlweise mit Microfaserkern oder in Plüsch erhältlich. Sie verfügen über das sogenannte Aktiv-Wechselsystem. Dadurch lassen sich die Trocknerstreifen schnell und einfach durch die Halterung ziehen, sodass das trockene Ende ans Fahrzeug kommt, während das nasse Ende wieder trocknen kann. Denn auch wenn die Tuchtrockner viel Wasser aufnehmen und schnell abtrocknen, können sie bei hohem Fahrzeugaufkommen nass werden und das Trockenergebnis verschlechtern.

Ein ähnliches Problem hatte man bei Schmitt-Waschstraßen früher auch mit textilbesetzten Seitentrocknerwalzen. „Es war uns nicht möglich, das Textilmaterial so einzuschneiden, dass ein vollflächiger Kontakt mit den Reifen vermieden werden konnte. Bei hohem Durchsatz wurde das Textil in diesem Bereich des A-Segments schnell nass und verschlechterte eher das Trockenergebnis – für uns ein No-Go“, schildert Burger. Kracht offerierte eine Lösung mit einem speziell konfektionierten Besatz der Seitentrockner, der den Reifenkontakt verhindert.

Nächste Generation

Zuletzt hat die Waschstraße Schmitt in Tauberbischofsheim 2018 neues Waschmaterial von Promicro bekommen. Auch wenn es noch unter der Bezeichnung Promicro 2.0 läuft, handelt es sich doch um eine Weiterentwicklung des Materials. „Es ist nochmals fester und steht besser. Wir haben das Material seit einem Dreivierteljahr im Einsatz und sind sehr zufrieden, auch mit dem Wasch- und Trockenergebnis“, berichtet Burger bei unserem Vor-Ort-Besuch. Und Kracht kündigt schon die nächste Ausbaustufe an: „Derzeit laufen die Tests mit einem nochmals feineren und abriebfesteren Material.“ Bei Erfolg will er die Generation 3.0 auf der Messe Tankstelle und Mittelstand im Mai in Münster präsentieren.

(Autor: Dieter Väthröder; Der Artikel erschien in Sprit+ Ausgabe 3.2019)

 

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