Montag, 18.10.2021
21.09.2021
   

Streit um Corona-Regeln endet tödlich

Polizei Tod wegen Corona Aral

Die Polizei sichert den Tatort an der Aral Tankstelle in Idar-Oberstein.

Mann erschießt Aral-Mitarbeiter aufgrund der Maskenpflicht

Ein 49-jähriger Mann hat am Samstagabend in Idar-Oberstein einen 20-jährigen Mitarbeiter einer Aral-Tankstelle mit einer Pistole erschossen. Als Grund für die schreckliche Tat gab der mutmaßliche Täter an, er wollte ein Zeichen gegen die Maskenpflicht setzen.

Am Samstagabend um 19:45 Uhr betrat der Mann den Tankstellenshop in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz), um Bier zu kaufen. Eine Corona-Maske hatte der Mann dabei nicht auf. Der Aral-Mitarbeiter habe ihn daher auf die Maskenpflicht hingewiesen und ihm das Bier nicht verkauft. Der 49-Jährige verließ daraufhin die Tankstelle, kehrte gegen 21:25 Uhr jedoch zurück - diesmal mit Maske. Mit einem Sechserpack Bier in der Hand habe er sich vor die Kasse gestellt. Dann soll er den Mund-Nasen-Schutz abgesetzt haben. Als der 20-jährige Student ihn erneut auf die Maskenpflicht hinwies, habe der Mann eine Pistole gezogen und ihm in den Kopf geschossen. So beschreiben Polizei und Oberstaatsanwaltschaft die schreckliche Tat, welche von Überwachungskameras aufgezeichnet wurde, bei einer Pressekonferenz. 

„Er schoss dem Kassierer gezielt von vorne in den Kopf“, sagte Oberstaatsanwalt Kai Fuhrmann. Dem mutmaßlichen Täter schien der Aral-Mitarbeiter „verantwortlich für die Gesamtsituation, da er die Regeln durchgesetzt habe“. Der Deutsche aus Idar-Oberstein stellte sich am Sonntagmorgen der Polizei und gestand die Tat. Er sitzt nun wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Hinweise darauf, dass sich Täter und Opfer kannten, gibt es keine. Als Motiv gab der Verdächtige an, dass ihn die Situation der Coronapandemie stark belaste, so Fuhrmann. Er habe sich in die Ecke gedrängt gefühlt und „keinen anderen Ausweg gesehen“, als „jetzt ein Zeichen zu setzen". Woher der Mann die Waffe hat sei noch völlig unklar, einen Waffenschein besitzt er nicht.

Triers Polizeipräsident Friedel Durben betonte: „Das ist auf jeden Fall ein besonderer Fall. Wir haben weder im Polizeipräsidium Trier noch im Land Rheinland-Pfalz eine solche Tat gehabt, die einen Zusammenhang zu Corona vermuten lässt.“ Die Ermittlungen werden laut Fuhrmann noch einige Wochen dauern: „Wir müssen uns jetzt erstmal selbst ein klares Bild machen. Die Feinarbeit der Ermittlungen geht jetzt erst so richtig los.“ Mehr Klarheit erhoffen sich die Ermittler vor allem von der Auswertung der sichergestellten elektronischen Geräte des Mannes. Zu der Lebenssituation des Verdächtigen sind noch keine Angaben bekannt. Der Mann sei zuvor nie bei der Polizei aufgefallen, auch nicht als Teilnehmer von Querdenker-Demonstrationen.
Aus der Politik gab es einige bestürzte Reaktionen zu der unfassbaren Tat. Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock schrieb beispielsweise auf Twitter: „Die Radikalisierung des Querdenkermilieus bereitet mir große Sorgen. Wir sind alle gefordert, uns gegen den zunehmenden Hass zu stellen.“ (sh)
 

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