Mittwoch, 20.09.2017
19.05.2017
   

Tankstelle & Mittelstand

Tankstelle & Mittelstand 2017: Waschtechnik

Die Unternehmen rund um die Themen Waschtechnik und Waschchemie versammeln sich in Münster traditionell in Halle Nord.

Münsteraner Waschperlen

Die Waschbranche zeigte auf der Tankstelle & Mittelstand den aktuellen Stand ihrer Produkte und Konzepte. Die überwiegenden Neuerungen fanden im Detail statt. Wir haben die Highlights zusammengestellt. // Mit Bildergalerie

Neuer Clip, neues Material

Im November 2016 lief ein Patent von Favagrossa für einen speziellen Befestigungsring für Waschmaterial aus geschäumtem PE aus. Jetzt hat Aqua Brush diese Lösung übernommen, die ausschließlich auf die Bürstenachsen von Washtec passt. CEO Rainer Wittmann (Bild) erklärte auf der Messe die Vorteile: „Nicht nur die einzelnen Elemente sind austauschbar, vielmehr können sogar einzelne Lappen entnommen, gereinigt oder ausgetauscht werden“. Dazu passt das geschäumte Waschmaterial Aqua Foam in neuer Qualität. Ein neuer Lieferant soll dabei durchgängig eine gleiche Dichte im Material garantieren, der farblichen Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt. In der Variante Multicolor ist der Schaum beispielsweise komplett durchgefärbt. (dv)

SB-Qualität aus Polen

Der polnische Hersteller BKF Carwash produziert seit 20 Jahren SB-Anlagen und ist seit 2015 in Deutschland unterwegs. Bislang hat das Unternehmen hier sechs Anlagen installiert. Das sollen jetzt laut Produktmanager Lukasz Wolowiec deutlich mehr werden: „Neue Märkte sind uns wichtig. Unsere Stärke ist die Anpassungsfähigkeit an Kundenwünsche sowie unsere selbst entwickelte Software zur Anlagenverwaltung via Internet“. Störungsmeldungen gehen so an den Betreiber und an BKF und sollen damit eine schnelle Reaktion auf den Störfall erlauben. Dazu hat sich das Unternehmen auch dem Servicenetz von Car Wash Benkens & Sohn angeschlossen. (dv)

Handarbeit aus Deutschland

Die Waschanlage B&S 100 von Car Wash Benkens & Sohn wird in den drei Ausstattungslinien Effizient, Komfort und Premium von Hand am Firmenstandort in Friesoythe gefertigt. Alle Anlagen werden vor der Auslieferung auf einem eigenen Prüfstand nass eingewaschen. „Uns ist wichtig, dass der Betreiber kleinere Reparaturen selbst durchführen kann. Da unsere Techniker die Anlagen mit entwickeln, wissen sie schon vor dem Eintreffen beim Kunden wo ein Fehler liegt“, sagt Vertriebsleiter Christian Lauber. Ein bundesweites Servicenetz ist derzeit im Aufbau, dann soll die Kapazität von 25 auf 60 Anlagen pro Jahr gesteigert werden. (dv)

Reduktion auf‘s Wesentliche

Christ zeigte in Münster die neue Vario Speed. In der Ausstattung auf das Wesentliche reduziert, soll sie vor allem durch hohe Waschgeschwindigkeit überzeugen. So gibt es nur eine Ampelanzeige statt LED-Lightshow, herkömmliche statt Direktantriebe und starre Seitenwalzen ohne Knickgelenk. Die Bürsten sind auf Bestückung mit Sensofil beschränkt, weisen aber laut Christ eine um 30 Prozent höhere Besatzdichte auf, um trotz schneller Überläufe ein gutes Waschergebnis zu erzielen. Eine vorgelagerte Schaumdusche mit neuen Fächerdüsen, oszillierender Hochdruck mit 100 Liter Wasser pro Minute sowie zwei rückseitige Düsen zum Auftrag von Sonderwachs sind in das Portal integriert.

„Beim Innenleben wie bei der Steuerung und den Pumpen wurden keine Abstriche gemacht, die Bewegungsabläufe wurden steuerungsseitig optimiert und die Geschwindigkeit maximiert“, betont Vertriebsleiter Stefan Schwarzer. Ein Fahrzeug mit 4,50 Meter Länge soll damit in fünf Minuten und 20 Sekunden das volle Programm von der HD-Vorwäsche bis zur Protectshine-Politur bekommen. Für den Betreiber bedeutet das: 20 Prozent höherer Durchsatz, weniger Wartezeiten für den Kunden und eine höhere Wirtschaftlichkeit.

Ebenfalls neu ist die Bubble-Gun SB-Schaumpistole, die in den Programmen Vorwäsche, Politurschaum, Schaumwachs eingesetzt werden kann. Sie soll einen dichten Schaumauftrag durch mehr Lufteintrag erzeugen. Gleichzeitig wurde der Wasserverbrauch um 25 Prozent und der Chemieeinsatz bis zu 50 Prozent reduziert. Durch den Anschluss an die Niederdruckpumpe kann außerdem der Stromverbrauch um bis zu 75 Prozent gesenkt werden. Ergänzt wird die Pistole durch ein neues Bedientableau. (dv)

Mit Augenzwinkern

Beim Chemiehersteller Dr. Stöcker stand der Messeauftritt unter dem Motto: mehr Umsatz auf der Anlage durch pfiffige Ideen. „Mit unserer neuen Verpackungslinie sind wir in der Lage, sogenannte Bundles (Kombiverpackungen, Anm. d. Red.) zu packen, die neue Wege in der Kundenansprache ermöglichen. Die neue Serie an Give-aways soll nicht nur sachlich auf das Auto abzielen, sondern auch den Menschen einbeziehen“, erklärt Geschäftsführer Benjamin Gozdowski. Deshalb will man in der neuen Serie jeweils ein Autopflegeprodukt mit einem Kosmetik- oder Pflegeprodukt für den Kunden kombinieren. Mit einem Augenzwinkern und leicht provokant wird es in Zukunft ein „Tussi-Set“ und ein „Macho-Set“ geben. Die Sets sind auch für Automaten geeignet. (dv)

Kompakte Biologie

Kärcher zeigte in Münster mit „WRB Bio“ ein biologisches Wasserrecyclingsystem, dass durch seine kompakte Bauweise auch in kleinen Technikräumen Platz findet. Auf einer Grundfläche von nur 90 x 60 Zentimetern und einer Höhe von 1,80 Metern produziert die Anlage mit Hilfe von Mikroorganismen und einer Recyclingquote von bis zu 98 Prozent, je nach Ausführung, 2.000 oder 4.000  Liter recyceltes Wasser in der Stunde und ist für Portalanlagen mit entsprechender Durchflussleistung geeignet.

Klein, aber oho

Als „kleinste Waschanlage der Welt“ stellte KAW Kiehl die neueste Version des Bifutec-Waschmoduls vor. Mit Schaum- und Hochdruckpistole und wahlweise einer, zwei oder drei Dosierpumpen ausgestattet, soll sich das mobile Gerät vielfältig einsetzen lassen und HD-Vorreinigung, Intensivreinigung mit Kraftschaum, Hochdruckwäsche, Schaumwachs-Auftrag und Klarspülung mit einem Gerät ermöglichen. Dabei verbraucht es laut Unternehmensangaben 20 Milliliter Chemie pro Minute und wenig Wasser, da viel Luft zur Schaumerzeugung eingeblasen wird. Empfohlene Reiniger sind etwa der pH-neutrale Aktiv-Schaum Neutrofoam Pro oder der stark alkalische Schaumreiniger Insofoam. (dv)

Weniger Wasser, weniger Kosten

Nais Wasseraufbereitungstechnik zeigte eine Weiterentwicklung des Bio+-Systems zur separaten Aufbereitung des zugeführten Frischwassers. Das System halbiert den Frischwasserbedarf und damit die Kosten und wird idealerweise in Anlagen ab 60.000 Fahrzeugen pro Jahr eingesetzt, heißt es bei Nais. Dort erzielt sie laut Unternehmensangaben bei einem Frischwassereinsatz von 75 Litern pro Fahrzeug und marktüblichen Wasserpreisen Einsparungen bis zu 10.000 Euro pro Jahr. Die Aufbereitung läuft dabei in einem separaten Kreislauf, wo auf reichlich Belüftung (maximal 0,8 kWh) und ausreichend Verweildauer des Abwassers geachtet wird. Auch kommen neue Aufwuchskörper für die Mikrobiologie zum Einsatz, die größtmögliche Fläche bei geringstem Platzbedarf bieten sollen. Das aufbereitete Wasser wird zum Beispiel am SB-Waschplatz eingesetzt, um ein Aufkumulieren im Brauchwasser zu verhindern. Es kann aber auch in den Kanal oder sogar in Fließgewässer geleitet werden, wenn kein Kanalanschluss vorhanden ist. (dv)

Auf Platzierung achten

Sonax hat bei der Serie für den Tankstellenshop wenig nachgefragte Produkte wie Konservierungs- und Wachsprodukte aus dem Portfolio genommen und durch neue Produkte wie das High-Speed-Wax ersetzt. Folglich rät Marketingleiter Patrick Ginster von meterlangen, unübersichtlichen Regalen ab und empfiehlt dagegen wenige, aber auffällige Produkte passend zur Saison in Doppelplatzierung, etwa die Star-Serie für Felgen-, Insekten- und Scheibenreinigung in auffälligen Farben. Nachdem vor allem aus ländlichen Bereichen vermehrt Nachfragen der Kunden nach Pflegeprodukten für Fahrräder kamen, hat Sonax außerdem eine Bike-Serie aufgelegt. Zudem gibt es die Produkte zur Tankstellenreinigung jetzt auch als verbrauchsfertige Mischung. Damit kann auch das Tankstellenpersonal ohne Sicherheitsbedenken zur Reinigung nach Plan eingesetzt werden. (dv)

Für alle Sinne

Auf dem Stand von Washtec drehte sich alles um die vier Dimensionen Waschqualität, Geschwindigkeit, Komfort und Design für ein erfolgreiches Waschgeschäft. Beispiel Design: Die neue LED-Lightshow soll für eine aufmerksamkeitsstarke Inszenierung aller Waschschritte sorgen und das Wascherlebnis für den Kunden sowie die Attraktivität des Standortes steigern. Der Punkt Waschqualität wurde anhand des weiterentwickelten Shinetecs vorgeführt. Neben dem bekannten Repair-Effekt besitzt das Produkt laut Unternehmen jetzt auch stark wasserabweisende Eigenschaften. Zur Verdeutlichung konnten sich Besucher von der Wirkungsweise mittels einer Randwinkelmessung überzeugen, die den Unterschied zwischen unbehandelter und mit Shinetecs versiegelter Oberfläche demonstrierte. Nebenan fand sich die „Duftbar“ der Washtec-Chemiemarke Auwa, an der die Besucher mittels Teststreifen die Düfte der einzelnen Chemieprodukte von Jasmin über fruchtige Beeren bis zur Kirsche erleben konnten. (dv)

Stürmischer Messeauftritt

Waschbär Peter Elosge präsentierte mit dem Wirbelwind einen Druckluftreiniger mit rotierender Düse zur Innenraumreinigung mit einfachem und robustem Aufbau. Das Gerät verfügt über einen elektronischen Münzprüfer mit Restlaufanzeige, die Bedienung erfolgt über farblich gekennzeichnete Leuchttasten für den Betrieb mit oder ohne (destilliertem) Wasser, die Druckluftpistole wird über ein Schlauch-in-Schlauchsystem versorgt. „Wie alle unsere Geräte ist auch der Wirbelwind so aufgebaut, dass der Betreiber selbst reparieren kann. Dazu gibt es von uns Anleitungen“, betont Sascha Elosge. Einzig die Elektronik im Münzfach sei nicht zu reparieren. Die baut der Kunde aus, schickt sie ein und bekommt gleichzeitig Ersatz zugeschickt. „Damit haben wir die günstigsten Anfahrtskosten in der Branche, nämlich 6,90 Euro für das Paket“, ergänzt Elosge. (dv)

Bildergalerien

Tankstelle & Mittelstand 2017: Aquabrush Tankstelle & Mittelstand 2017: Auwa Tankstelle & Mittelstand 2017: Baptista Tankstelle & Mittelstand 2017: BFK

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