Montag, 05.12.2016
21.02.2013
   
Sparmobil in Mini-Serie

VW-Vorstandschef Martin Winterkorn mit dem XL1.

VW will mit XL1 Ökostandards setzen

Volkswagen ist ehrgeizig: Ein Auto, das weniger als einen Liter Sprit auf 100 Kilometern verbraucht, ist eine klare Ansage an Konkurrenz und Kunden. Das Ökomobil XL1 soll die Technikkompetenz des Konzerns demonstrieren - und Umweltkritiker versöhnlicher stimmen.

Hightech kann sehr unscheinbar sein. Am Karosseriemodell des neuen VW XL1 hängt ein weiches, schwarzes Tuch. Es sieht aus wie ein Staublappen fürs Wohnzimmer - ist aber deutlich teurer. "Das ist das Kohlefasertuch", erklärt Experte Krino Bornemann. Mit einem speziellen Verfahren haben die niedersächsischen Autobauer die Passagierkabine ihres neuen Aushängeschildes aus Carbonfasern hergestellt. Aus dem flexiblen Material wurde eine hochfeste und superleichte Karosserie. Das spart Gewicht - und zusammen mit der windschlüpfigen Karosserie Sprit. Der XL1 soll laut Prüfzyklus nur 0,9 Liter Diesel auf 100 Kilometern verbrauchen.

Das Ökomobil ist eine klare Ansage - an die Hybrid-Konkurrenz anderer Hersteller ebenso wie an Aktivisten, die VW immer wieder eine zu laxe Umweltstrategie vorwerfen. Insgesamt bringt der komplette Wagen knapp 800 Kilogramm auf die Waage. Andere Komponenten wie Scheiben, Achsen oder Felgen seien ebenfalls auf Gewichtsersparnis hin entwickelt worden, so Projektleiter Holger Bock. Ein Standardauto der Golf-Klasse wiege gut das Doppelte. Platz ist im XL1 jedoch nur für zwei Personen, die etwas versetzt voneinander sitzen.

Auch beim Antrieb eröffne der Wagen dem Konzern neue Wege, sagt Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg. Es ist nämlich der erste VW mit Plug-In-Technik. Das sind Hybrid-Autos, deren Akkus sich auch per Steckdose aufladen lassen. Erzrivale Toyota bietet die Technologie allerdings längst auf dem deutschen Markt an. Im Prinzip soll das im XL1 verwendete Know-how für andere Modelle des VW-Konzerns genutzt werden - in diesem Jahr etwa für den neuen Audi A3 e-tron, mit einem doppelt so großen Motor. Auch in den Kleinwagen Up könne die Technik Einzug halten, kündigt Hackenberg an: "Das wird fortentwickelt."

Klar ist: Der flache Flitzer hat für die Ökostrategie von Europas größtem Autobauer enorme Bedeutung. Der Zweisitzer gilt als eines der Lieblingsprojekte des früheren Vorstandsvorsitzenden und heutigen Chefaufsehers Ferdinand Piëch. Volkswagen will die Führungsrolle im Bau leichter Hybridmodelle. Denn vor allem Toyota macht sich im Segment der Mischantriebe aus Elektro- und Verbrennungsmotor breit.

 

| Lesen Sie weiter auf Seite 2: Greenpeace: VW trägt ein Feigenblatt vor sich her, betriebt nur Symbolpolitik



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