Montag, 18.06.2018
07.06.2018
   

Abgasaffäre

In der Dieselaffäre greifen nun die Kfz-Zulassungsbehörden bei Modellen mit dem EA 189-Dieselmotor durch.

Erste Diesel zwangsweise stillgelegt

In der Dieselaffäre greifen nun auch die Kfz-Zulassungsbehörden durch: Autos des VW-Konzerns mit verbotener Abschaltvorrichtung für die Abgasreinigung sollen nicht mehr fahren dürfen.

In München und Hamburg haben die Behörden zum ersten Mal Diesel-Autos mit manipulierter Abgas-Software zwangsweise stillgelegt. Die Besitzer hatten auf die mehrfache Aufforderung zum Update der Motorsteuerung nicht reagiert. In Hamburg wurden zwei Wagen aus dem Verkehr gezogen, in München einer, wie die kommunalen Behörden auf Anfrage mitteilten. Betroffen sind VW- und Audi-Modelle der Baujahre 2009 bis 2014 mit dem "EA 189"-Dieselmotor mit illegaler Abschaltvorrichtung für die Abgasreinigung. Deutschlandweit drohen säumigen Besitzern solcher Dieselfahrzeuge in den kommenden Wochen Stilllegungen.

In der bayerischen Landeshauptstadt hat das Kreisverwaltungsreferat insgesamt sogar die Stilllegung bei 41 Fahrzeugen angeordnet, deren Besitzer ihre Fahrzeuge bislang nicht nachgerüstet haben. Allerdings läuft bei diesen Autos zum Teil noch eine letzte Gnadenfrist. "Bei lediglich einem Fahrzeug haben wir in dieser Woche die erste zwangsweise Außerbetriebsetzung durch die Polizei veranlasst", berichtete der Sprecher. In Nürnberg handle es sich um etwa 30 Autos, sagte Steffen Keßler, Leiter der örtlichen Kfz-Zulassung. "Wir sind gerade in der Phase, dass wir die Halter anschreiben."

Die Zwangsmaßnahmen treffen die Autobesitzer, die 18 Monate nach der Freigabe der Nachrüstung durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) "trotz der mehrfachen Erinnerungen durch den Hersteller nicht an der Rückrufaktion teilgenommen haben", wie eine Sprecherin des bayerischen Verkehrsministeriums erläuterte.

Auch das Kraftfahrt-Bundesamt ist in der Abgasaffäre erneut eingeschritten: Nach von Audi gemeldeten "Auffälligkeiten" der Abgas-Software von 60.000 Oberklasse-Wagen der Typen A6 und A7 hat die Flensburger Behörde jetzt verpflichtende Rückrufe angeordnet - in Deutschland sind 33.000 der betroffenen Autos zugelassen. Laut Bundesverkehrsministerium handelt es sich um verbotene Abschaltvorrichtungen für die Abgasreinigung.

Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet. Die Ingolstädter VW-Tochter hatte schon vor einem Monat die Auslieferung neuer Fahrzeuge dieser Typen gestoppt. Audi muss nun die verbotene Motor-Software durch ein Update ersetzen. (dpa)

 

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